Sonntag, 7. April 2013

Farmleben, Ferien, Arbeiten?


 Meeting the Budgens in Brisbane


In einem der letzten Berichte habe ich kurz erwähnt, dass wir im Internet nach Jobs gesucht haben, um unsere weitere Reise gut finanzieren zu können. Andy hat bei einem Mann angerufen, dessen Website schon total veraltet war, dort aber "farmstay" angeboten wurde. Das heißt dort konnte man als Familie ein kleines Häuschen mieten, mitten in der Natur zwischen Kühen und Wäldern und dort Urlaub machen. Andy rief dort an um zu fragen ob sie eventuell jemanden bräuchten zum arbeiten. Der Mann, Jimmy erklärte uns, dass er das schon lang nicht mehr macht, aber dass er in den Osterferien mit seiner Familie hingehen, und die Häuschen wieder herrichten will. Er meinte, wenn wir wollen, könnten wir mitkommen und für ihn arbeiten. 
Eine Woche später rief er uns an und fragte ob wir immer noch interessiert sind. Na klar waren wir das! Wir sollten am Mittwoch um 4pm zu ihm kommen.
Dort angekommen lernten wir seine Familie kennen.
Darf ich vorstellen?:
Seine Frau Karen und die zwei Söhne Jacob (17 Jahre alt und erinnert mich wahnsinnig an Nils. Er hat sogar die gleiche Frisur und Haarfarbe) und Benjamin (14 Jahre alt und etwas scheu).
Jacob
Benjamin
Jimmy

Jimmy und Karen baten uns Kühlschränke sauber zu machen, die sie im Schuppen gelagert hatten und sich Regenwasser darin gesammelt hatte. Haha wir hatten so viel Spaß dabei :)



Das Haus hat zwei Ebenen, unten ist der Hobbyraum, ein Wohnraum mit Küche und ein Bad. Sie sagten, wir sollen uns wie Zu hause fühlen und richteten uns alles ein. In dem Wohnraum stand eine Couch und ein großer Schreibtisch mit zwei Computern. Jacob war die ganze Zeit vor seinem Computer und so lernten wir uns sofort kennen.


Wir verstanden uns super mit ihm. Er richtete uns Wlan ein und später spielten wir Monopoly zusammen. Carren brachte uns Pizza runter. Sie waren alle so lieb zu uns. So verbrachten wir die Zeit zusammen mit Jacob und seiner Familie, Jacob googelte ein paar deutsche Sätze, die er uns ganz stolz vorsagte, denn er interessiert sich wahnsinnig für Deutsch.

Moderne Cowboys



Auf geht's Richtung Farmarbeit und ner Menge Spaß

  Am Freitag morgen um 7:30 hieß es: Alles in den Van packen! Es geht Richtung Noosa, zu den Hütten. Mit drei Autos fuhren wir los. Ich steuerte Jury sicher hinter Jimmy auf den Highways her, während Französische Musik von Papa aus Jurys Boxen trällerte.Drei Stunden später waren wir da, mitten in der Natur.


Unser Jury


Wir begannen gleich mit den Mäharbeiten, da alles zugewachsen war. Außerdem mussten die Holzwände der Hütten von Spinnenweben befreit werden, da wir diese am nächsten Tag streichen sollten. Also düste Andy mit dem Rasenmäher um die Häuser und Alina und ich schrubbten die Wände. Alina erschreckte mich halb zu Tode als sie plötzlich schrie; "Celine!! Be careful! Behind you!!!" Sie hatte eine Schlangenattrappe hinter mir postiert und als ich diese sah, wurde mir ganz anders und ich machtemich aus dem Staub. Natürlich blieb der Spott der anderen nicht aus und als ich realisierte, dass ich gerade vor einem Stück Plastik weggelaufen bin stimmte ich in das Gelächter mit ein.

Andy unser Rasenmähspezialist


Die Schlangenattrappe

Nach getaner Arbeit waren wir alle total verschwitzt und eklig, doch fließendes Wasser gab es dort nicht, dafür aber einen Bach, mit tieferen Stellen, genau neben unserem Platz. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und lief dort hin. Es war traumhaft! Das Wasser ist so klar dass man den Boden des zwei Meter tiefen Wassers sehen konnte. Ich tauchte unter und als ich wieder auftauchte fühlte es sich an wie neugeboren. Wirklich, fantastischer als jede Dusche. Ich wollte gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Man erklärte uns, dass dieses Wasser frisches Quellwasser sei.

Unser Badezimmer





 Carren kochte uns Abendessen und den Abend verbrachten wir mit Jacob auf unserer Veranda. Wir hatten uns so viel zu erzählen.
Unser Häuschen ist total süß eingerichtet und sieht eigentlich aus wie ein Hotelzimmer. Das Bett ist riesig, weich und kuschelig. Wir fühlten uns wie auf einer Wolke als wir uns zu dritt in die Federn kuschelten. Wir schliefen wie Steine.
Unsere Wohnungen


Das bescheidene Reich des Dreamteams

Unser Queensize Bett


 Am nächsten Morgen weckte uns Jimmy um 7 Uhr. Er hatte schon Farbeimer und Pinsel hergerichtet und der Kaffee stand auch schon bereit. Also tranken wir Kaffee und frühstückten Bacon, Eggs und Toast. Danach machten sich alle an die Arbeit. Die Hütten mussten gestrichen werden. Wir alle dachten, wir würden vielleicht mit einem Häuschen fertig werden heute, doch dann strichen wir alle drei Häuschen in rasanter Geschwindigkeit. Jimmy konnte es gar nicht fassen. Er war überglücklich und dankte uns ohne Ende. Haha wir waren über und über besprenkelt mit roter Farbe. Also gingen wir mit Jacob und Ben schwimmen. Alle 5 standen im Wasser und schrubbten die Farbe von der Haut.

Alina und Karen





Den Nachmittag genossen wir in vollen Zügen. Lasen, spielten Gitarre am Lagerfeuer und sangen dazu. Wir können unser Glück mal wieder kaum fassen. Wir leben hier wie in Ferien in einem super Häuschen, in einer wahnsinnig tollen Landschaft, bekommen total leckeres Essen vorgesetzt und verdienen nebenher Geld. Jimmy meinte  zu Andy, dass wir mittlerweile bei 200 Dollar angekommen wären :)
"...let me take you by the hand and lead you through the streets of London..."


Wir fühlten uns wie im Paradies! Es gab nur ein Problem, und zwar den Alkohol. Jimmy und Carren fingen schon Mittags an zu trinken. Wein, Cider, Jacky Cola usw. Uns boten sie auch immer was an, doch wir lehnten meistens dankend ab. Wer trinkt den bitte Mittags? Das ging dann so den ganzen Nachmittag und beim Abendessen schaffte es Jimmy kaum mehr einen verständlichen Satz rauszubringen und die Augen konnte er auch nicht mehr richtig offen halten. Carren redete dann ohne Ende. Um 7 war das Abendessen meist zu ende und Jimmy fiel ins Bett und schlief sofort ein. Karen stieg dann ins Auto und fuhr zu einer anderen Hütte etwas weiter oben um dort ihren Rausch auszuschlafen. Unser Fazit: mit dieser Familie stimmt irgendetwas nicht!

Der betrunkene Jimmy


Am nächsten Tag war Ostersonntag und Jimmy weckte uns um 8 Uhr. Wir frühstückten und danach ging es wieder an die Arbeit. Zusammen mit Jacob und Ben sollten wir die Ladefläche eines Lasters sauber machen. Als wir das erledigt hatten, sprangen wir alle auf die Ladefläche und Jimmy fuhr mit uns zu einem Heuspeicher. Dort sammelten wir das schon sehr verfaulte eklige Heu auf und schmissen es auf den Laster um es später ein paar hundert Meter weiter in eine Grube zu kippen. Danach befreiten wir den Heuspeicher von faulendem Holz und Müll. Jedesmal wenn man ein Stück Holz aufhob war Spannung und höchste Vorsicht geboten, denn es konnte immer sein, dass sich darunter eine Schlange verbarg. Und so fanden wir eine Haut einer sehr sehr giftigen Schlange (King Brown Snake). Als alles Holz verladen war, fuhren wir zurück und brachten es zu den Hütten an die Feuerstelle.








Nach einem Bad im Bach nahmen uns Jimmy und Karen am Mittag mit in die nächstliegende kleine Stadt namens Imbil. Jimmy hob 300 AUD ab und drückte sie uns in die Hand. Wir bekamen Maracujas von einem Händler geschenkt und durften mit Wellensittichen spielen, kauften ein paar Früchte ein und genossen das schöne Wetter. Natürlich setzten wir uns mit Carren und Jimmy in einen Pub und warteten bis sie ihre paar Bier geleert hatten. Dann ging es wieder Heim.





Alina und mir ging die Wäsche aus, also blieb uns nichts anderes übrig als sie im Fluss zu waschen, außerdem entschieden wir, dass Andy sich mal wieder rasieren sollte, doch kein Spiegel war vorhanden. Also übernahm ich das. Unseren Zuschauern erbot sich ein witziges Schauspiel, Céline und Andy mitten im Fluss und Céline versucht krampfhaft Andy nicht in die Backe zu schneiden :D that looked funny, mate ay :) Das Resultat war Makellos...








Den Abend verbrachten wir dann mit Ben und Jacob und schauten einen Film zusammen während die Erwachsenen schon wieder sturzbetrunken waren...


Week of Silence
  Am Tag darauf weckte uns Jimmy wieder und bombardierte uns, noch während wir im Bett lagen mit einem Haufen Informationen. Und zwar würden sie heute abreisen, aber wenn wir wollten dürften wir hier bleiben, denn er hätte noch genug Arbeit für die Woche und am nächsten Wochenende würden sie dann wieder herkommen. Wir nahmen das Angebot natürlich an und konnten es (wieder mal) kaum fassen. Jimmy zeigte uns was zu tun war, er stellte uns unseren Feind für die Woche vor namens "Lantana". Lantana ist eine Pflanze, die schöne Blüten trägt und wenn man sie wachsen lässt, wächst sie zu einem sehr hohen Busch.
Unsere Aufgabe: bekämpft die Lantana! Ein John Deere Traktor sollte uns dabei helfen das sehr Hügelige Feld zu bearbeiten. Jimmy zeigte uns wie man das Teufelsgebräu mischt und wie man die Lantana am besten damit besprüht. Er merkte schnell, dass ich nicht zum ersten mal auf einen Traktor sitze und ernannte mich zum Traktordriver. Als wir 100 Liter versprüht hatten, verabschiedeten wir die Budgens, gingen wieder zu den Cabins und erfrischten uns. Unsere "week of silence" konnte nun beginnen. Mit Monopoly und Gitarre ließen wir den Tag ausklingen.


Der Krieg der Supersaiyantana gegen den Erzfeind Lantana

Auch ohne Jimmy wachten wir am nächsten Tag um 7 Uhr auf und nach dem Frühstück ging es los. Wir mischten 1 Liter Gift auf 100 Liter Wasser, das wir aus dem Bach schöpften und ich fuhr unser Dreamteam gekonnt auf den Hügel. Wir hatten total viel Spaß.
Darf ich vorstellen!? DIE DREI SUPERSAIYANTANA IM KAMPF GEGEN DAS FAST UNBESIGBARE LANTANA GEWÄCHS.
Unsere Waffe?: Die Aquaknarre.
Andy: der Schlauchträger, er ist dafür verantwortlich, dass die Giftspritze ohne Probleme zum Feind vordringen kann
Alina: die Giftspritze, sie steht an der Kriegsfront und hat unmittelbaren Kontakt zum Feind
Celine: Driver, mit ihr steht und fällt das Ganze.
Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nicht nur einmal saß ich mit einem Puls von 180 auf diesem Traktor und sah mich schon mitsamt dem Traktor am Hang liegen. Das ist nämlich richtig Steil und es kam schon einige Male vor, dass ein oder zwei Räder in der Luft hingen.

Celine the Traktordriver

Die Spersaiyantanas am Werk



Das Teufelszeug wird angerichtet



Der Krieg mit der Aquaknarre

Unsere Zuschauer

Darf ich vorstellen?: Lantana (Wandelroeschen)






Ihr wollt bestimmt wissen wieso wir uns SUPERSAIYANTANA genannt haben. Also so ganz weiß ich das auch nicht, denn mit Mangas hab ichs nicht so. Alina und Andy aber schon und so erklärten sie mir, dass wenn ein Saiyajin (Charakter aus Dragonball) noch stärker wird er zum Supersaiyajin wird. Andy verknüpfte das mit den Kämpfern gegen die Lantana und daraus wurde dann SUPERSAIYANTANA.

Ein Supersaiyajin

Nach weiteren 100 Litern Munition gegen den Erzfeind gönnten wir uns ein Duschbad im Bach und machten uns auf in die Zivilisation, nach Gympie. Eine geschlagene Stunde brauchten wir dort hin und unsere Handys erwachten aus dem Tiefschlaf. Endlich wieder Handynetz!! Wir erledigten unseren Großeinkauf wie immer mit ner Menge Spaß. Auf dem Plan stand: Woolworths, Big W, Aldi und Caltex. Wir kauften für die komplette Woche ein und noch mehr, denn so schnell würde wir nicht wieder in die Zivilisation kommen.
Zurück in unserem "nowhere nest" bereiteten wir uns ein "week of silence Festmahl" zu mit Chicken Schnitzel, gegrilltem Gemüse, Folienkartoffeln, Maiskolben, getoastetem Brot, Salat und Dip á la Céline.







Um 9 Uhr waren wir fix und alle und schliefen schnell ein. Bis zum nächsten Morgen an dem die SUPERSAIYANTANA erneut in den Krieg zogen. Natürlich verläuft so ein Krieg nicht ohne Pannen und Kriegsverletzungen, so passierte eines Morgens folgendes: Alina sas neben mir auf dem Traktor und Andy hinten auf dem Anhänger. Ich fuhr in gemäßigtem Tempo über den Hügel, als plötzlich Andy zu schreien anfing "STOOOOOOOOPP!!" Wir drehten uns geschockt um und sahen Andy, der mitsamt dem Anhänger runtergefallen ist. Aber mehr als einen blutender Finger gab es nicht zu verarzten.




..und nun?..

Unser Kriegsveteran

..doch keine Sorge!! Uns geht's suuuuper!!


Ich versuche euch mal kurz unser Lebensgefühl zu erleutern: Wir haben hier 3 Ferienhütten, vollausgestattet ganz für uns alleine, eine Farm mit Kühen, auf der nur wir leben, 50 Hektar nur für uns inmitten von grünen Hügeln und Wald, weit entfernt von Zivilisation. Eine Steckdose mit Strom, einen Kühlschrank und einen Quellwasserbach, aus dem wir unser Trinkwasser herbekommen, unsere Wäsche unser Geschirr und uns selber waschen. Es ist traumhaft still und man hört nur den Bach plätschern. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal so viel gelacht habe wie mit Andy und Alina. Das fängt schon beim Frühstück an, dass wir uns kaum mehr halten können vor Lachen, Lachtränen werden hier tagtäglich vergossen.





























 Jaja, wir können es kaum erwarten, das nächste Abenteuer das uns ganz bestimmt schon erwartet! Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim lesen, der nächste Bericht lasst hoffentlich nicht so lang auf sich warten ;-)
Ganz viele liebe Grüße! Und damit, byebye :-)
BRuuuuuMMbrUUUUUmm 



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