Montag, 25. März 2013

Byron Bay, Nimbin und Surfers Paradise

Wie schnell die Zeit vergeht.. Und jeden Tag erleben wir so viel! Ich habe das Gefühl, dass wir schon eine halbe Ewigkeit unterwegs sind und keiner von uns bekommt genug von diesem Leben. Gestern erst hatten wir es davon. Wir sind 3 Leute, die sich in Australien kennen gelernt haben und einfach beschlossen haben einen Lebensabschnitt zusammen zu verbringen. Gut, Alina und ich kannten uns schon ein bisschen länger und wussten daher, dass wir sehr gut miteinander auskommen. Doch Andy? Eigentlich kannten wir uns nicht, wir lasen seinen Blog mit viel Vergnügen und haben uns in Facebook geschrieben und bevor wir uns das erste Mal in Melbourne getroffen haben, eigentlich schon beschlossen, dass wir zusammen reisen wollen. Vor unserem letztendlichen Aufbruch haben wir ihn nur einen Abend lang gesehen und danach waren wir uns 200 % sicher! Er soll mitkommen. Und es stellte sich in den letzten Wochen heraus, wir hatten eine gute Nase. Eigentlich müsste man meinen, dass es kaum möglich ist 24/7 mit drei Personen auf engem Raum zu leben. Doch es geht! Und zwar sehr gut! Die einzigen Probleme die manchmal auftauchen sind: wo schlafen wir heute? Wo können wir duschen? Was kochen wir?.....Kann man das überhaupt "Probleme" nennen?! Klar, wenn ich sage duschen, dann meine ich kein Bad mit schön warmer Dusche, sondern ein Stranddusche tut's auch! Die sind zwar immer kalt und meistens bleibt die nicht an, wenn man nicht den Knopf gedrückt hält. Aber das ist auch kein Problem, denn man gewöhnt sich schnell an das einhändige Duschen. Und so ist es mit vielen Dingen. Seit wir losgefahren sind essen wir unser Frühstück (Müsli) aus Tupperboxen, wer braucht schon Müslischüsseln?



Nimbin


In Byron Bay blieben wir fast eine Woche. Wir lernten Rémi und Angel kennen, zwei Franzosen aus Cannes und verbrachten mit ihnen zwei schöne und sehr witzige Abende. Mehr oder weniger spontan entschieden wir uns für ein-zwei Tage nach Nimbin zu fahren. Diejenigen unter euch, die wissen was Nimbin ist, wissen auch wieso wir dort hingefahren sind. Den anderen erspar ich das lieber :) Nimbin ist eine super kleine Stadt, also echt KLEIN! Besteht eigentlich nur aus einer Straße mit Boutiquen und diese Straße ist nicht mal einen Kilometer lang. Überall Farben und witzige Menschen, jeder grüßt dich und die Menschen treffen sich auf der Straße.



Nimbin








Nach 5 Minuten in Nimbin hatten wir das, was wir wollten und fuhren etwas weiter raus um uns einen Schlafplatz zu suchen. Wir entschieden uns für ein Plätzchen an der Straße mitten in der Natur. Nur wir und die Kängurus. Ohne Witz! Wir saßen auf der Decke hinter unserem Van, aßen gemütlich zu Abend und drei Kängurus hüpften um uns herum. Zum Nachtisch gab es die berühmten Kekse aus Nimbin.

Unser Schlafplatz


Attackeeeeee.....

Ja ganz genau auf dieser Decke lag ich
Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Byron Bay zu den Franzosen. Die beiden waren gute Surfer und so kam es, dass uns Angel beraten konnte beim Kauf unseres eigenen Surfboards. Alina und Andy nahmen Angel mit zur Adresse wo sie das Surfboard kaufen wollten, Remi und ich legten uns aufs Gras und lasen. Irgendwann ging Remi duschen und ich lag alleine auf der Wiese, total in mein Buch vertieft, als es plötzlich raschelte neben mir. Ich hob nichts ahnend den Kopf und mein Herz fing an zu rasen! Da guckten mich zwei Augen an, auf gleicher Höhe wie ich (klar ich lag ja im Gras). Mein erster Gedanke: KROKODIL! Und genau so bewegte es sich auch. Ich sprang auf und rannte ein paar Schritte weg denn dieses etwas war mir sehr nahe gekommen. Ich sah Andy auf mich zulaufen. Dann beobachtete ich dieses Etwas, das mir so einen Schrecken eingejagt hatte. Es warf ein riesen Eidechse mit langer Zunge. Ohne Witz meine Gänsehaut war nach 5 Minuten immer noch nicht weg und mir war total kalt, so erschrocken habe ich mich. Uns erklärte ein Australier dass diese Eidechse oft hier rumläuft und solange sie man in Ruhe lässt tut sie auch nichts.






Ausserdem lernten wir Noel, ein kleines deutsches Maedchen kennen, die mit ihren Eltern hier im Uralub war. Sie tanzte uns ein paar Taenze aus dem Kindergarten vor und auch einen den sie hier selber erfunden hat, er hiess "der Deutsches-Huhn-Tanz" und erzaehlte uns was sie so macht hier in Australien.
Spaeter kamen ihre Eltern dazu und erzaehlten uns, dass sie auf der Suche nach einer anthroprosophischen Schule sind, hier in Australien. Sie wollten die kleine Noel auf eine Waldorfschule schicken. Als ich der Mutter erzaehlte, dass ich auf der ersten Waldorfschule der Welt war, konnte sie kaum aufhoeren mich darueber auszufragen :) 


Andy mit dem Hut der Kleinen




Abschied nehmen...

 Am letzten Tag in Byron Bay kauften wir tatsächlich auch ein 2nd hand Board für 90 Dollar. Wieder einmal hieß es Abschied nehmen diesmal von Remi und Angel, Handynummern und Facebook Namen austauschen. Man wünscht sich alles Gute für die weitere Reise und zum Schluss der berühmte Satz "vielleicht sieht man sich ja wieder". Und das ist nicht einfach so dahergesagt! Manche Leute sieht man mehr als zwei Mal wieder und jedesmal fragt man sich: "wie kommt das denn jetzt? Hier ist es so groß und auch wenn man vielleicht zum selben Zeitpunkt in der selben Stadt ist, so ist es immer noch ein riesen Zufall, dass man genau auf dem gleichen Parkplatz und oft auch noch nebeneinander stehen.
Ein ganz aktuelles Beispiel: als Alina und ich in Sydney im Woodduck waren, nach Neukaledonien, konnte ich eine Nacht nicht gut schlafen und das halbe Hostel war wach, denn alle wussten: heute Nacht kommen wieder Neuankömmlinge aus Deutschland. Also saß ich mit ein paar anderen auf dem Flur und erzählten. Als dann die Neuankömmlinge ankamen, fühlten wir uns schon wie die alten Hasen und genau so starrten die uns auch an. Die waren zwar total erschöpft von ihrer langen Reise, doch bombardierten uns mit Bergen voller Fragen. Oft konnte man sich ein Grinsen kaum verkneifen, weil man exakt die gleichen Fragen gestellt hat, am Anfang, als noch alles neu war und wir die "alten Hasen" mit Fragen löcherten. Jetzt im Nachhinein denkt man, man hätte sich diese Fragen auch sparen können. Jedenfalls, "back to topic", wie Andy immer zu sagen pflegt, wir lernten die Neuankömmlinge ein bisschen kennen und auch in den nächsten Tagen traf man sich auf dem Rooftop. Dann begann unsere Jury-Dreamteam-Roadtrip-Reise. In Nimbin sind wir auf der Straße gelaufen und plötzlich seh' ich da jemanden am Straßenrand in einem Van frühstücken. Ich meinte zu Alina "irgendwo her kenn ich den!!" In Deutschland wäre ich wahrscheinlich mit der unbeantworteten Frage, woher mir dieses Gesicht bekannt vorkam, einfach weitergelaufen. Doch hier ist das alles anders! Man läuft hin und sagt "dich kenn ich irgendwo her!" So machte ich das auch dieses mal und er erinnerte sich auch an mich. Es war einer der Neuankömmlinge. Gut, wir fuhren ja dann wieder zurück nach Byron Bay und erst zwei Tage später nach Surfers Paradise. Dort verbrachten wir eine Nacht und am nächsten Tag parkten wir am Strand, neben einem Van, wir wollten dort Abendessen kochen. Plötzlich steht der schon wieder vor mir... Ja so ist das hier, als wäre Australien mini klein. Und das ist ungelogen nur eines von sehr vielen Beispielen.

Surfers Paradise

Unser nächstes Ziel war, wie schon kurz erwähnt, Surfers Paradise. Damit überschritten wir die Grenze von New South Wales nach Queensland, dem sog. "sunshine state" es heißt an der Gold Coast scheint die Sonne jährlich 300 Tage. Haha und wir kommen ausgerechnet an einem der 65 Tage dort an, an dem es Nachmittags schüttet, als würde es Eimer regnen. Egal, wir fanden schnell eine Bank mit Tisch unter einem Dach und es hörte auch bald wieder auf zu regnen. Als Schlafplatz wählten wir diesmal wieder eine Straße in einem Familienhaus viertel aus, denn Surfers Paradise, so hört man, wird auch little Vegas genannt und es ist viel los dort. Ausserdem steht an jedem Parkplatz, dass man da nicht über Nacht stehen darf. Klar, uns juckt das eigentlich wenig, aber die Parkplätze waren direkt an der Hauptstraße. Also stellten wir uns vor das Haus und entschieden uns das Experiment anzuschauen. Wir ließen unsere Van Türe etwas offen, da es echt heiß war. Plötzlich klopfte es an unsere Türe und ein dicker Mann schaute herein und sagte "what are you doing here?" (Was macht ihr hier?) unsere Antwort "we're just watching a movie" (wir schauen nur einen Film) er darauf: "move! otherwise i will call the police" (bewegt euch! Sonst ruf' ich die Polizei) alles klar! Wir mussten uns was neues suchen. Wir fanden einen Parkplatz auf dem offensichtlich noch andere Backpacker schliefen und gesellten uns dazu. Am nächsten morgen lernten wir zwei Italiener kennen, die im Auto neben uns geschlafen haben, John und Marcimo. Sie leihten uns ihre Gitarre aus und Andy spielte den ganzen Morgen Gitarre, Alina sang dazu und ich lag auf der Wiese und las mein mega spannendes Buch das mir Lauritz mitgegeben hatte.




Es stand mal wieder ein Großeinkauf an und wir machten uns auf den Weg zu einem grossen Shoppingcenter. Dort durfte man in dem riesen Parkhaus 0-3 Stunden kostenlos parken. Wir haben immer viel Spass beim Einkaufen und lassen uns Zeit. Nach 2 Stunden waren wir jedoch fertig und rollten unseren ziemlich vollen Einkaufswagen in Richtung Parkhaus. Uns fiel auf, dass keiner von uns mehr wusste wo genau wir geparkt haben. Wir standen in einer der vielen Ebenen und hatten wirklich keinen Strahl wo wir Jury hingestellt hatten. Uns fiel außerdem auf, dass dieses Shoppingcenter ein Nord Parkhaus hatte uns eines im Süden. Wir wussten auch nicht in welchem wir waren. Also zurück ins Shoppingcenter mit unserem Einkaufswagen und wir suchten den Eingang durch welchen wir gekommen waren. Irgendwie hatten wir diesen ausfindig gemacht. Dann dauerte es noch etwa 20 Minuten bis wir in der richtigen Ebene, vor unserem Jury standen. PUH... nochmal Glück gehabt :D und wir hatten wieder was zu lachen denn wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus.




Alinas Einpark-Kuenste
den Nachmittag verbrachten wir am wunderschönen Strand von Surfers Paradise. Alina und ich lesend und Andy versuchte sich im Surfen.





Alinas Flip-Flop hat endgueltig das Zeitliche gesegnet...



Am Abend wollten wir wieder auf unserem Parkplatz schlafen, auf welchem wir auch die Nacht zuvor verbracht hatten. Wir machten uns bettfertig und legten uns hin. Wir erzählten uns alles Mögliche als plötzlich die Polizei an unseren Van klopfte. Sie zeigten uns ihre tollen Ausweise und meinten, dass wenn wir nochmal erwischt werden beim Wild Camping, eine Strafe von 370 Dollar auf uns wartete. Wir ließen uns davon nicht aus der Ruhe bringen, packten unser Zeug (die Backpacker neben uns auch) und fuhren los, weiter in den Norden. Nach einer halben Stunde parkten wir einfach wieder vor einem Familienhaus und schliefen dort ruhig und friedlich die ganze Nacht durch :)




Wieder einmal kann ich nur sagen: Mir geht es perfekt! Ich hoffe euch auch!? 
Ihr fehlt mir :)

p.S: Andys Blog nicht vergessen: Hier geht's zu Andys Blog




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