Mittwoch, 13. März 2013

Das Dreamteam auf Reisen

Seit einigen Tagen sind wir nun unterwegs mit unserem Heim auf Rädern, mit Jury. Dieses Lebensgefühl ist Goldwert! Wir entscheiden selbst wann wir was anschauen wollen, wo wir länger bleiben, -gefällt es uns hier? Ja? Lass uns doch zwei Tage hier bleiben... Nein? Also los weiter!
Wir sammeln Informationen über die Umgebung und was man sich unbedingt anschauen sollte, in Tourist Centers o.Ä. Und wenn etwas interessant klingt, suchen wir es auf der Karte und fahren hin. Die langen Fahrten verkürzen wir mit unzähligen Blackstories. Bis jetzt haben wir immer einen Schlafplatz gefunden mit Duschen und Barbeque Möglichkeiten. Irgendwie ist das typisch australisch. Wo findet man in Deutschland schon Kochstellen an denen man nur auf einen Knopf drücken muss und man sein Essen Kochen/Grillen kann!? Und noch etwas ist uns aufgefallen, egal wie abgelegen man ist, wenn es Toiletten gibt, dann sind sie sauber und es hat immer Klopapier :P In Newcastle haben wir im King Edward Park zu Mittag gegessen und dabei einer Open Air Hochzeit zuschauen dürfen.
Unser nächstes großes Ziel war Port Macquarie, auf dem Parkplatz dort haben wir einen kroatischen Opa kennengelernt, der fast nicht mehr gehen wollte. Er war auch mit seinem Campingwagen unterwegs und fühlte sich vermutlich einsam.

Am nächsten Tag wollten wir an den Lighthouse Beach, weil wir dort einen Leuchtturm vermuteten. Als wir dort ankamen, war kein Leuchtturm weit und breit zu sehen, doch zu unserer Überraschung standen einfach vier Kamele vor uns. Andy war sofort Feuer und Flamme und durfte auf einem der Kamele reiten.











Als er heil wieder zurück war, sind wir zum "Koala Hospital" gefahren. Dort wurden Koalas, die von Autos angefahren, durch Waldbrände oder sonstiges verletzt wurden behandelt und "wieder hergestellt". Die sahen so knuffig und kuschelig aus, am liebsten hätten wir so einen Koala mitgenommen.







Unser nächstes Ziel war der Wildlife Park. Dort durften wir einen Koala streicheln, waren mit den Kängurus in einem Gehege (wie beim Streichelzoo in der Wilhelma) und haben bei der Affen- und Schneeleopardenfütterung zugeschaut. Ausserdem haben wir ein riesen Krokodil namens "Shrek" gesehen. Wir verbrachten den kompletten Nachmittag in dem Park, bis er zu machte, wir konnten von den einheimischen Tieren einfach nicht genug kriegen.













Dreamteam!!









Eines muss ich euch noch erzählen, was uns in dem Wildlife Park passiert ist! Wir laufen an einem Vogelkäfig vorbei und wollten eigentlich zu den Dingos. Also laufen wir, diesen Vogelkäfig nicht beachtend vorbei. Plötzlich ruft es "HELLO" "HELLO" Wir schauen uns um und denken da verarscht uns doch einer! Doch dann wieder "HELLO" Das kam eindeutig aus dem Vogelkäfig!! Wir rufen zurück "Hello" und es antwortet uns ein weißer Papagei. Als wir das realisiert haben standen wir alle drei vor dem Käfig und mussten so lachen, wir haben uns fast nicht mehr gekriegt. Das Spiel ging eine Weile so bis Alina meinte "Goodbye" und mit einem "Goodbye" aus dem Vogelkäfig verabschiedeten wir uns...

 Am nächsten Tag hieß unsere Zielstadt Urunga. Dort besuchten wir ein Bienenhaus, in dem wir sogar Chili Honig probieren durften. Nach dem Mittagessen wollten wir einen Spaziergang machen auf einem Steg, dochder Regen machte uns einen Strich durch diese Rechnung - also schnell in unser heim flüchten. 20 Minuten und eine Big Bang Theory Folge später war die Sonne wieder in strahlender Anwesenheit. Ja so ist das hier in Australien, vier Jahreszeiten können einem durchaus an einem Tag begegnen.
Jedenfalls sind wir auf dem Steg Richtung offenes Meer gelaufen. Wir passierten ein Mangrovenwaldstückchen, wie in Neukaledonien, waren auch hier wieder ganz viele Krebse am Werk. Ein Stückchen weiter kamen wir an einer Sandlandschaft vorbei und ich meinte noch kurz davor zu den anderen "also jetzt könnte doch mal ein Känguru durch's Bild hüpfen" und prompt lagen da zwei Kängurus in der Pfütze. Eines der beiden war überdurchschnittlich groß, meinte ein dort einheimischer.














Wir fuhren von Urunga, über Bellingen nach Dorrigo, die Städte wurden immer kleiner und die Einwohnerzahlen immer niedriger. Von Handynetz war schon lang keine Rede mehr. Normalerweise haben wir an der Küste immer andere Backpacker getroffen, doch auch das nahm ein Ende, wir waren alleine. Doch wir hatten uns, und wir wollten unbedingt den Waterfall Way fahren. Ich habe den anderen von meinen Wasserfall Erfahrungen in Kanada erzählt. (Ganz kurz für die, die nicht Mama, Papa oder Nils heißen, nach mindestens 20 Wasserfällen/Seen/Flüssen und sonst nichts hieß es jedesmal wenn wir anhielten "lass mich raten! Ein Wasserfall! Oder, ein Wasserfall? Oder vielleicht doch ein Wasserfall?" Wir hatten jedenfalls die Nase voll von Wasserfällen. ) Naja gut wir wollten Wasserfälle sehen. Die gab es auch genug! Wir waren mitten im Regenwald und wir wollten ihn erleben. Also suchte ich uns eine Wanderrute aus (Wonga Wonga Way ca. 7 km ) und wir liefen wir durch den Regenwald an unzähligen Wasserfällen vorbei bis zum Skywalk, auf dem wir einen fantastischen Panoramablick hatten.





























Die Nacht verbrachten wir irgendwo im Nirgendwo in der Nähe von Ebor auf einem Parkplatz mitten im Wald, niemand anderes kam auf die Idee hier zu übernachten. In den Nächten zuvor war uns immer zu warm doch diesmal froren Alina und ich schon am Abend. Also legte sich Andy, dem absolut nicht kalt war, in die Mitte. Trotz viertem Schlafsack den Alina und ich uns überlegten blieben klappernde Zähne nicht aus.
Am nächsten Morgen wollten wir so schnell wie möglich weiter, wir fuhren noch 40 km weiter ins Landesinnere und machten einen kleinen Spaziergang zu den Wollomombi Falls. Dort stürzte das Wasser 260m in die Tiefe. Andy und Alina können schon nach 2 Tagen nachvollziehen wie es uns damals in Kanada erging, kurz, sie können keine Wasserfälle mehr sehen :D
Die Landschaft hat sich total verändert, wir fühlen uns wie in Irland, alles ist grün und überall grasen Kühe. Der Nationalpark wurde wahrscheinlich auch nicht ohne Grund "New England" genannt. Ausserdem war die Erde rostrot.

Eindeutig! Wir sind ein Dreamteam! Die meisten denen wir begegnen beneiden Andy, der hier mit seinen zwei Mädels Australien bereist. Wir ergänzen uns, verstehen uns super und haben eine Menge Spaß.

Unser nächstes Ziel: Coffs Harbour! Und damit: zurück in die Zivilisation!


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