Mission Beach
Und wahrhaftig, es schüttete in Strömen und der Himmel war grau behangen. In Mission Beach sah es auch nicht besser aus, doch am nächsten Tag sollte es für Andy wahr werden: 12 Uhr - Skydive, Andreas Schaible.

Okay um es kurz zu machen: wir warteten geschlagene drei extrem windige und verregnete Tage. Nach diesen drei Tagen war Familienkonferenz angesagt: weiter warten? Hoffen, dass sich diese düsteren Wolken und der Wind verdrücken? Laut Wettervorhersage, eher unwahrscheinlich. Letzten Endes war es Andy, der den Sprung absagte und schweren Herzens Mission Beach mit uns verließ, ohne gesprungen zu sein. Das Problem war, dass uns die Zeit etwas drängte denn, wir hatten noch ca. einen Monat Zeit bis wir in Melbourne sein mussten. Vor uns lagen noch 6300 km durch das Outback... Andy ging damit einen riesen Kompromiss ein, ich weiß, dass wenn er alleine unterwegs gewesen wäre, er gewartet hätte bis er hätte springen können...
Nach diesem schwarzen Tag, ging es dann endgültig in's Outback.
Outback Australia - Das NICHTS...
Als es dämmerte hielten wir Ausschau nach einem Schlafplatz, und damit meine ich nicht irgendeinen ausgebauten Parkplatz mit Bänken und einem Barbeque daneben, nein hier ist nämlich hunderte von Kilometer weit NICHTS! Jedoch hat es des öfteren so genannte "stoping bays"
Wir erreichten bald so eine Bay, mittlerweile war es stockdunkel und im Schein unseres Scheinwerferlichts sahen wir auf der rechten Seite einen Backpackervan mit offenen Türen und offenem Kofferraum. Wir freuten uns nicht die einzigen hier zu sein und machten einen U-Turn um hinter ihnen zu parken. Wir fragten uns wen wir dieses mal wohl kennenlernen würden, woher kommen die denn und was haben die schon erlebt? Ausserdem würde mich auch interess.... Oh! Shit!
Wir waren uns mal wieder einig! Hier bleiben wir nicht über Nacht! Und fuhren weiter bis wir einen geeigneten Schlafplatz fanden.
Es kommen uns Lastwagen entgegen von deren Länge ihr nur Träumen könnt! Ganze 53 Kilometer lang! Fünf Anhänger zieht so ein "Trucker" hinter sich her. Man nennt diese Gefährte auch "Road Train" (Straßen Zug). Sehr schnell lernten wir, man winkt dem, nicht oft, entgegen kommenden Verkehr freundschaftlich zu.
Der nächste Abend, klar, wie soll's auch anders sein, Celine bekommt eine Blasenentzündung :( no. 5.
Mittlerweile kenne ich mich ja bestens damit aus... Andy kochte mir sogleich Kamillentee und ab sofort hieß es, VIIIIEEL TRINKEN.
In Mount Isa begab ich mich dann direkt in die nächste Apotheke und besorgte mir Medizin.
Im Supermarkt liefen wir dann noch zufällig einem Backpacker über den Weg, mit dem wir auf Magnetic Island ein Hostelzimmer geteilt hatten.... Crazy, dieses kleine große Australien!
Laut Lonely Planet sollte man sich den Sonnenuntergang auf dem "City Lookout" nicht entgehen lassen. Mit einer Tasse Tee setzten wir uns dort auf die Bank und beobachteten das farbenfrohe Lichtspiel. Auf dem Aussichtspunkt befand sich eine Richtungstafel, die die Richtung verschiedener Städte der ganzen Welt anzeigte und ihre Entfernungen. Unter anderem von Frankfurt (14213 km) und Nouméa (2791 km)
Da Andy sich derzeit für ein Stipendium bewirbt und mehrere Unterlagen via Internet verschicken muss, suchten wir ein Internetcafé auf. Alina und ich surften durch das WWW.
In Australien passiert es oft, dass man sich gerne und viel an "früher" erinnert, damals als....
So kam es, dass ich an die Kinderfreizeiten in Korsika denken musste. Ich erinnerte mich an meinen Lieblingsteamer Uwe, den ich, während der Freizeiten immer "Papa" nannte. Schon lange hatte ich nichts mehr von ihm gehört und so tippte ich seinen Namen in die allgemein bekannte Suchmaschine ein. Ich fand einen Zeitungsartikel und las ihn mir durch. Ganz durch Zufall entdeckte Andy Uwes Namen auf meinem Bildschirm und stutzte: "Woher kennst DU denn den Uwe?" So kam es, dass wir herausfanden, doch einen gemeinsamen Bekannten in Deutschland zu haben. SEHR komische Situation! Ich konnte es kaum glauben... Das sollte jedoch nicht die einzige komische Begebenheit des Tages bleiben, passt nur auf wie es weitergeht..
Wir fuhren weiter, ließen die Zivilisation erneut hinter uns und gingen unserer Wege, naja die eine Straße eben.
Kurz vor der Grenze zwischen Queensland und dem Northern Territory hielten uns geschätzte zehn Polizisten an - Alkohol- und Drogenkontrolle. Ich kurbelte das Fenster runter und ein Polizist fragte mich nett, ob ich das denn schonmal gemacht hätte, ich antwortete ehrlich: "Nein!"
Danach sollten wir aussteigen, der Drogenhund wartete schon in seinen Startlöchern. Er schnüffelte in unserem kompletten Jury herum, er wühlte sich sogar durch unser Bett. Dabei hinterließ er dutzende schwarze Hundehaare und riss unsere Vorhangstange herunter.. Derweil krempelte Alina den halben Van um, die Autopapiere wurden benötigt. Als alles kontrolliert war durften wir unseren Weg fortsetzen...und der komische Tag nahm seinen Lauf....
Wir fuhren... Da! Da ist doch was! Hä? Da, auf der Straße! Das sieht doch aus wie eine Plastiktüte... Oh! Das ist... eine Schlange! Und was für Eine! Doch diesmal bewegte sie sich, ja sie lebte.
Wir hielten neben ihr an und betrachteten das riesen Vieh, aus unserem Jury heraus. Offensichtlich handelte es sich hierbei um exakt die gleiche Art, die wir auch schon Mausetot am Straßenrand bewundert hatten. Sie wärmte sich auf der, von der Sonne gewärmten, Straße. Wir wollten, dass sie sich von der Straße runterbewegt und schmissen ihr ein Stück Hackfleisch von unserem Chilli con Carne Mittagessen hin, doch es interessierte sie nicht die Bohne. Wir wünschten ihr alles Gute und fuhren weiter. Keine zehn Minuten später legten wir noch eine Vollbremsung vor einer Babykatze hin, die die Straße überqueren wollte....
Hier im Outback hat es nur sehr wenige Tankstellen und wenn, dann ist das Benzin richtig teuer.
Naja, man lernt ja nie aus, jedenfalls haben wir an diesem Tag wahrscheinlich eine Tankstelle verpasst, das Lämpchen leuchtete. Wir fuhren weiter und hofften bald in einem Örtchen zu sein. Doch es kam nichts... Also gut, leeren wir Jury die 10 Liter aus dem dafür vorgesehenen Benzinkanister auch noch rein.
Es dämmerte bereits und wir suchten mal wieder einen Schlafplatz. Als es schon fast dunkel, wir fuhren mit ca. 15-20 km/h zu diesem Zeitpunkt, knallte es plötzlich, Andy bremste gewaltig und zog auf die unbefahrene Gegenspur. Ich habe nur im Augenwinkel etwas hüpfen sehen. Ein Wallaby! HABEN WIR GERADE EIN WALLABY ÜBERFAHREN!?!?! Wir stiegen aus und suchten es in der Nähe der Bremsspur. Aber da war nichts. Wir untersuchten Jury und auch er hatte keinen Kratzer mehr als vorher. Puhh! Gerade noch mal gut gegangen...
Ohjeee was ein aufregender Tag!!!! Gott sei Dank ging er zu Ende ohne, dass jemandem oder etwas Schaden zugefügt wurde.
Wollt ihr meine Meinung zum Outback bis jetzt? ICH LIEBE ES! Und ich bin so unglaublich froh, dass wir diese Entscheidung getroffen haben durch das Outback zu fahren. Auch hier wird mir jeden Tag bewusst was ich eigentlich für ein Glück habe mit meinen zwei Reisepartnern. Stellt euch das mal vor, mit zwei anderen Menschen auf engstem Raum den ganzen Tag, manchmal von 7 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends, fahren, fahren und fahren. Ich würde mal behaupten, dass das nicht mit jedem Möglich ist, doch mit Andy und Alina? Kein Problem!
| Meine Route bis dato.. |
In diesem Sinne, schicke ich euch ganz ganz liebe Grüße aus der Wüste Australiens!
Eure Céline
Eure Céline
| Das Dreamteam vor der big Mango |
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