Childers
Und wie es eben so ist, natürlich zog es uns weiter Richtung Norden.
Da wir als nächstes die Whitsundays sehen, und beim Great Barrier Reef
tauchen wollten war eines klar: wir müssen Geld verdienen, denn so eine
Tour ist nicht gerade billig.
Die nächst größere Gegend war
Bundaberg und laut der anderer Backpacker gibt es dort viel Farmarbeit
zu erledigen. In Bundaberg angekommen sagte man uns in jedem Working
Hostel das Gleiche: "We're fully booked" was so viel heißt wie: "Wir
sind komplett ausgebucht"
Jetzt fragt ihr euch sicher: "Hä, was
ist denn ein "Working" Hostel? Und wieso überhaupt "Hostel" die können
doch in ihrem Van schlafen!? Und wieso gehen die nicht einfach zu einer
Farm hin und fragen nach Arbeit?" Alles berechtigte Fragen, zu denen
ich euch gerne Antworten geben werde: ein Working Hostel ist, wie der
Name schon sagt, ein Hostel, das seinen Bewohnern Farmjobs vermittelt.
Das basiert meistens auf einem Vertrag, den das Hostel mit der Farm
abgeschlossen hat. Das führt uns gleich zur nächsten Antwort: da die
meisten, oder eigentlich alle Farmen in der Umgebung einen solchen
Vertrag mit einem Working Hostel haben, nehmen sie auch keine Arbeiter,
die einfach auf ihre Farm spazieren und Arbeit wollen, sondern schicken
einen direkt zu einem Working Hostel. Von diesem Vertrag profitieren
beide Seiten, der Hostelmanager hat immer ein volles Haus und der Farmer
sicher immer so viele Arbeiter wie er pro Tag braucht, zusätzlich muss
er sich nicht um die Unterkunft seiner Arbeiter kümmern. Und genau aus diesen Gründen suchten wir uns ein Working Hostel und wurden fündig. 50 km südlich von Bundaberg liegt ein kleines Dorf namens Childers. Hier wurde uns Arbeit versprochen auf einer Süßkartoffel Farm. Wir checkten ein und hörten uns bei den anderen Bewohnern um. Man erzählte uns, dass wir die Süßkartoffeln einpflanzen müssen und dass es richtige scheiß Arbeit ist. Wir waren gespannt.
| WIR SIND BEREIT!! |
| Wo bleiben denn die farmer??? |
wir sollten sie entlang eines Wasserschlauches, der jede 10 cm ein Loch hat ein bisschen in die Erde drücken und viel Erde drüber schütten. An jedem Loch ein "vine", Ableger und wehe dem der ein "drop", Loch auslässt! Und so ging der Wettkampf los....Wieso Wettkampf? Naja, wir wurden nicht pro Stunde bezahlt, sonder pro Reihe. Und so hieß es: "wer am schnellsten ist, verdient am meisten".
Wir merkten schnell, unsere Supervisors waren richtige A****löcher! Tim Tam, der wohl gefürchtetste von allen, schrie gleich mal einen Asiaten zusammen, da dieser anscheinend am Tag davor viel zu langsam gearbeitet hatte. Die anderen Backpacker ermutigten uns und erzählten uns, dass wir so etwas nicht in der Form erleben würden, da wir keine Asiaten sind, offensichtlich waren die Supervisors rassistisch angehaucht.
Unglaublich! Wir waren geschockt doch arbeiteten weiter. Pflanze um Pflanze, richtig stumpfsinnig krabbelten wir im Dreck voran.
Neben uns "plantern" gab es noch die "runner" die uns mit neuen Ablegern versorgen sollten. Doch oft kam es vor, dass man ohne da stand und dann wurde gerufen "vines please!!" und im Optimalfall kam dann sofort ein "runner" gerannt. Die Supervisors schrien umher, wenn ein runner nicht schnell genug war machten sie sich ein Spaß daraus und schrien "run forest,run" .... natürlich habe ich keine Ahnung, aber genau so stelle ich mir Sklaventreiber vor.
| Darf ich vorstellen?: Sweet potato vines |
| Andy mit der Welt-hässlichsten Kappe |
Es war heiß, und dreckig. Der Rücken und die Knie taten weh, doch es gab kein Erbarmen, den anderen ging es ja auch nicht besser.
| Gionatan der runner und Celine die planterin |
Doch nun stellte sich die Frage wieder? Wo bekommen wir Geld her? Unsere Italienischen Freunde aus dem Hostel Michele, Gionatan und der Chinese Karif sind schon nach Bundaberg weitergezogen und schrieben uns, dass dort alle Hostels voll sind und nirgends Arbeit zu finden wäre. Unsere Stimmung sank und wir erreichten unseren ersten Tiefpunkt seit 8 Wochen. Wir beschlossen trotzdem am nächsten Tag nach Bundaberg zu fahren und unser Glück zu versuchen.
| Von links: Andy, Celine, Gionatan, Alina, Giulia vorne: Michele |
![]() |
| "Alina, bist du dir sicher? - Ja jetzt mach schon " |
| ..ohne Worte.. |
| Das Resultat |
Bundaberg
So und nun verkünde ich hiermit feierlich: ich glaube an Schicksal! Es kann doch nicht Zufall sein, dass wir wieder neben den deutschen Jungs aus Sydney parkten, die wir, wie schon berichtet,bereits in Sydney, Nimbin und Surfers Paradise getroffen haben. Und nun in Bundaberg. ... winkte schon als er uns erkannte und er erzählte uns wo er einen Job bekommen hat usw. Kurz und knapp: er verschaffte uns schließlich einen Platz in seinem Hostel, in dem wir zuvor schon mehrere Male angerufen hatten und immer das gleiche gehört hatten: "gerade ist kein Platz, ruft in ein paar Tagen nochmal an".
| Federal Backpackers |
Am Sonntag Abend kam Alina jauchzend ins Zimmer gerannt: "Celine, wir haben einen Job!!!!" Wahre Worte! Ich sollte am Montag Anfangen, auf einer Süßkartoffelfarm, Alina am Dienstag, auf einer anderen Farm und Andy stand immer noch auf der Standby Liste.
Doch bevor es zur Arbeit geht muss ich von einem weiteren Ereignis berichten:
Erinnert ihr euch an die Bed Bugs Story aus Sydney? Kurz bevor ich nach Neukaledonien geflogen bin? Jedenfalls wachte ich in dieser Nacht um 3 Uhr Morgens auf und es juckte mich am Arm. Ich fuhr die Stiche entlang...1...2..3...und wie ein Blitz traf es mich: "SCHEISSE! BED BUGS" ich sprang aus dem Bett raus, ging unter die Dusche, wechselte meine Kleider und flüchtete in Jury. Am nächsten Morgen wollte ich den Hostelmanager informieren und fragen ob ich meine Sachen waschen kann. Mir wurde davon abgeraten. Jeder zweiter erzählte mir er habe Bed Bugs und die einzige Antwort, die man von dem Manager hört ist: "tja die wirst du wohl mitgebracht haben, davor waren sie noch nicht hier". Also ging ich so zur Arbeit.
| Und das ist nicht mal die Hälfte der Süßkartoffel Boxen |
Dementsprechend war meine Stimmung und ich wollte einfach nur ins Bett. Doch: in welches? Man warnte mich davor noch mal in Jury zu schlafen, denn wenn der Hostelmanager mich sehen würde, würde er mich direkt rauswerfen. Aber in das Bed Bug Bett wollte ich auch nicht. Es lief alles darauf hinaus, dass ich in einem anderen Bett ohne Kissen, Decke oder Bezug auf einem Pulli lag. Lange Hose und Kapuzenpulli sollten mich schützen vor den verhassten Tieren. Jetzt stellt euch das mal vor! Und dafür zahlt man 200 Dollar die Woche! Aber gut, Rummeckern bringt ja bekanntlich auch nichts. Am Abend stand auch Andy auf der Liste, er sollte mit Alina auf die selbe Farm gehen. Ich stand wieder bei der gleichen Farm drin. Die anderen Zimmerbewohner Jamie, Kevin und Flo hatten auch alle Arbeit und so klingelte ab halb 5 ein Wecker nach dem anderen im halbe Stunden Takt.. Ich war die letzte die Aufstehen musste, um halb 7.
Dann ging es los! Tag 2. wir wurden wieder auf unsere Farmen gefahren und
ich musste Zucchini ernten. Pro Eimer verdiente ich 2,50 Dollar. Nach zwei
Stunden tat mir der Rücken weh, aber den anderen genauso. Der Farmer kam zu mir
und fragte mich ob ich mitkommen möchte zur Farm um Zucchinis zu packen, also
fuhren wir zurück und ich packte ganz alleine Zucchinis. Das heißt ich musste
sie vom Fließband runternehmen und in "Small Medium", Little
Medium", "Big Medium" und " Medium Large" Boxen
einsortieren.
Das war dann meine Aufgabe für den restlichen Tag, acht Stunden lang mit ca. 10 Minuten Pause.
Als ich Abends heim kam jammerte ich Andy und Alina was vor denn im Gegensatz zu mir hatten sie mehr Glück gehabt mit ihrer Farm. Doch Andy hatte sich bereits für mich schlau gemacht: anscheinend will niemand auf der Farm arbeiten und deshalb soll ich mich einfach wieder auf die Standby Liste setzen lassen um so eventuell auf eine andere Farm geschickt zu werden.
Das war dann meine Aufgabe für den restlichen Tag, acht Stunden lang mit ca. 10 Minuten Pause.
Als ich Abends heim kam jammerte ich Andy und Alina was vor denn im Gegensatz zu mir hatten sie mehr Glück gehabt mit ihrer Farm. Doch Andy hatte sich bereits für mich schlau gemacht: anscheinend will niemand auf der Farm arbeiten und deshalb soll ich mich einfach wieder auf die Standby Liste setzen lassen um so eventuell auf eine andere Farm geschickt zu werden.
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| Michele und Celine warten bis die Nudeln fertig sind |
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| Ein gemütliches Dinner mit unseren Freunden im Park |
Also wie ihr seht: ich lebe noch :D und mir geht es gut :) ihr fehlt mir jedoch alle ziemlich arg!
Bis BALD!
Bis BALD!
Eure Céline :)



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